Der Kranschein
Ziel
Brücken-, Portal- LKW- Lade- Turmdrehkran und Hallenkrane sind in unterschiedlichsten Bereichen und Bauarten im Einsatz. Durch unsachgemäße Bedienung können erhebliche Personen- und Sachschäden verursacht werden. In den Vorschriften der Berufsgenossenschaften ist daher festgelegt, dass jeder Kranführer eine Ausbildung mit theoretischer und praktischer Prüfung nachzuweisen hat.
Der Lehrgang „Ausbildung Kranführer“ soll den Teilnehmern die erforderlichen theoretischen und praktischen Kenntnisse zum sicheren Umgang mit diesen Geräten vermitteln und erfüllt gleichzeitig die Verpflichtung der Betreiber/Unternehmer zur Ausbildung gem. DGUV V 52-53 (BGV D 6), DGUV G 309-003 (BGG 921), DGUV I 209-012 (BGI 555), Arbeitsschutzgesetz, Betriebssicherheitsverordnung und nach den Grundlagen der EU-Richtlinien 89/391/EWG und 2009/104/EG.
Inhalt, Ausbildungsinfos
Theorie
- Krantechnik Brücken, Portal und Schwenkarmkran
- Definition und Begriffe von Kranen,
- Kranbauarten (siehe z.B. DIN 15 001-1 „Krane; Begriffe, Einteilung nach der Bauart''),
- Physikalische Grundbegriffe, soweit für den sicheren Betrieb von Kranen erforderlich (z.B. Hebelgesetz, Standsicherheit, Masse, Kraft, Schwerpunkt, Arbeitsgeschwindigkeit, Beschleunigung, Massenträgheit/Pendeln),
- Hauptbaugruppen,
- Antriebe, Triebwerke,
- Kraftübertragungselemente,
- Maschinenelemente,
- Hydraulik,
- Pneumatik,
- Elektrische Ausrüstung,
- Tragmittel,
- Kranbahnen,
- Gleisanlagen,
- Aufstiege, Laufstege,
- Sicherheitseinrichtungen und Bremsen,
- Standsicherheit kippgefährdeter Krane (z.B. Tragfähigkeit, Ballastierung, Abstützung).
- Kranbetrieb
- Einsatzmöglichkeiten und Arbeitsweise von Kranen,
- Betriebsanleitung des Herstellers,
- Betriebsanweisung des Betreibers,
- Krankontrollbuch,
- Handzeichen für Einweiser,
- Kranfahrweise (z.B. Nachlaufweg, Durchbiegung der Krankonstruktion unter Last),
- Prüfungen vor Arbeitsaufnahme,
- Meldung festgestellter Mängel und Unregelmäßigkeiten,
- Verhalten bei Störungen,
- Koordination und Abstimmung bei Überschneidung von Arbeitsbereichen mehrerer Krane (z.B. Vorfahrtsregelung),
- zusätzliche Ausbildung für besondere Arbeitsweisen (z.B. kabellose Steuerung),
- besondere Gefährdungen bei Kranarbeiten im Freien (z.B. Verhalten bei Wind),
- Schrägzug,
- Losreißen festsitzender Lasten,
- Personenbeförderung,
- Zusammenarbeit mehrerer Krane,
- Kranprüfung (z.B. Intervalle, Prüfer).
- Lastaufnahmeeinrichtungen und Anschlagen von Lasten
- Definition und Begriffe von Lastaufnahmeeinrichtungen,
- Kennzeichnung der Lastaufnahmeeinrichtungen,
- Abschätzen von Lasten,
- Auswahl und Einsatz geeigneter Lastaufnahme- und Anschlagmittel,
- richtiges Anschlagen von Lasten,
- richtiges Absetzen und Lagern von Lasten,
- Ablegereife von Anschlag- und Lastaufnahmemitteln.
- Abschlussfragen (Theoretische Prüfung)
Praxis
1. Einweisung am Kran
- Erläuterung der Kranbaugruppen und ihrer Funktionen,
- Tägliche Einsatzprüfung
- Kontrolle des betriebsbereiten und betriebssicheren Zustandes (z. B. Funktionsprüfung der Bremse und Nothalteinrichtungen),
- Inbetriebnahme von Kranen,
- Außerbetriebnahme von Kranen (z.B. Windsicherung einlegen, Lösen der Drehwerksbremse beim Turmdrehkran),
- Maßnahmen zur Kollisionsverhinderung bei Kranen (z.B. Absperrung, Bewegungsbegrenzungseinrichtungen),
- Verhalten bei Betriebsstörungen,
- Rüstarbeiten bei ortsfesten Kranen.
2. Übungen mit dem Kran
- Feinfühliges Anheben und Absetzen von Lasten,
- stabile Schwerpunktlage beim Anheben und Absetzen von Lasten,
- gradliniges Fahren mit und ohne Last,
- Zielfahren und Zielsenken nach Vorgabe,
- Abfangen der pendelnden Last,
- Arbeiten mit Einweiser,
- Arbeiten mit Anschläger,
- Dialogfahren mit allen Antrieben,
- Fahren mit sperrigen Teilen,
- Rüstarbeiten beim ortsveränderlichen Kran,
- Maßnahmen zur Kollisionsverhinderung von Kranen,
- Einsatz von Personenaufnahmemitteln,
- Anschlagen von Lasten.
- Praktische Fahrübungen (Praktische Prüfung)
Spezielle Kranarten
- Turmdrehkrane
- Aufstellen, Abbauen und Transportieren,
- Ermitteln der zulässigen Lasten aus den Traglasttabellen,
- Möglichkeiten und Grenzen der Überlastsicherung,
- Beurteilen von Umgebungsbedingungen,
- Arbeiten in der Nähe von Freileitungen und Sendern,
- Straßentransport (z. B. Ladungssicherung, Kuppeln, Rangieren und Einweisen),
- elektrische Versorgung auf Baustellen.
- Bei Turmdrehkranführern ist die zuständige Berufsgenossenschaft an der Prüfung zu beteiligen. Form, Inhalt und Umfang sind mit dieser abzustimmen.
- Fahrzeugkrane
- Auf- und Abbau,
- Abstützen,
- Umrüsten,
- Einstellen der Sicherheitseinrichtungen,
- Ermitteln der zulässigen Lasten aus den Traglasttabellen,
- Möglichkeiten und Grenzen der Überlastsicherung,
- Beurteilen von Umgebungsbedingungen,
- Arbeiten in der Nähe von Freileitungen und Sendern,
- Straßentransport (z. B. Ladungssicherung, Kuppeln, Rangieren und Einweisen).
Abschluss
Kranschein (Bedienerausweis)
Teilnehmerkreis
Sicherheitsbeauftragte und verantwortliche Personen, Führer / Bediener von Kranen, Transport- und Maschinenführer, Lkw-Fahrer, Lkw-Ladekranbediener.
Teilnehmervoraussetzung
- 18 Jahre (Auch ab 16 Jahren möglich), geistige und körperliche Eignung
- Die Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach DGUV I 250-427 kann durchgeführt werden.
- Gute Deutschkenntnisse sind Grundvoraussetzung! Eine Kommunikation auf deutsch oder in Ausnahmefällen auf englisch muss aus Sicherheitsgründen möglich sein!
Auszug DGUV 309-003:
Die Unfallverhütungsvorschrift „Krane" (BGV D6) bestimmt in§ 29:
,,§ 29 (1) Der Unternehmer darf mit dem selbstständigen Führen (Kranführer) oder Instandhalten eines Kranes nur Versicherte beschäftigen,
- die das 18. Lebensjahr vollendet haben,
- die körperlich und geistig geeignet sind,
- die im Führen oder Instandhalten des Kranes unterwiesen sind und ihre Befähigung hierzu ihm nachgewiesen haben und
- von denen zu erwarten ist, dass sie die ihnen übertragenen Aufgaben zuverlässig erfüllen.
- Die Vorschrift lässt den Einsatz jüngerer Personen als 18 Jahre zu Ausbildungszwecken unter Anleitung und ständiger Aufsicht durch erfahrene Personen zu.
- Der Unternehmer hat nur solche Personen auszuwählen und zu unterweisen, die die in Abschnitt 2.1 genannten Voraussetzungen erfüllen.
- das Verständnis für technische und physikalische Zusammenhänge,
- die Fähigkeit, Signale erlernen, umsetzen und anwenden zu können,
- die Eigenschaft, zuverlässig, verantwortungsbewusst und umsichtig zu handeln.
Schulungsort
Inhouse-Schulung in Ihrem Betrieb
oder
Industriegebiet Hugo-Wagener-Str. 2, 55481 Kirchberg.
Dauer der Ausbildung, Auszug aus dem DGUV Grundsatz 309-003:
3.1 Allgemeines
Die Unterweisung (Ausbildung) besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil.
Der Inhalt und die Dauer der Unterweisung sind abhängig
- von der zu steuernden Kranart,
- von den auszuführenden Kranarbeiten einschließlich Anschlagarbeiten,
- vom betrieblichen Umfeld (z. B. Gießerei, Kraftwerk, Baustelle),
- von den Vorkenntnissen und der persönlichen Aufnahmefähigkeit der zu Unterweisenden,
- von der Anzahl der Lehrgangsteilnehmer.
Erfahrungsgemäss sind für die Dauer der Unterweisung folgende Richtwerte zu berücksichtigen:
- 1 Tag Teilkraftbetriebene Krane
- 1 bis 5 Tage Flurgesteuerte Krane
- 5 bis 10 Tage Führerhausgesteuerte Krane
- 10 bis 15 Tage Turmdrehkrane
- 15 bis 20 Tage Fahrzeugkrane
Durchführungsanweisung zu § 29 Abs.1 Nr.3:
Turmdrehkranführer gelten als unterwiesen, wenn sie an der Prüfung nach der Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss geprüfter Baumaschinenführer (Hochbau) oder an einem Kranführerlehrgang nach den „Grundsätzen für Auswahl, Unterweisung und Befähigungsnachweis von Kranführern“ (DGUV G 309-003) mit Erfolg teilgenommen haben.
Beauftragung
Die Berechtigung zum Führen eines Kranes setzt eine Beauftragung durch den Unternehmer voraus. Bei ortsveränderlichen kraftbetätigten Kranen hat der Unternehmer den Kranführer schriftlich zu beauftragen.
Kranführer sollten grundsätzlich zunächst mit einfachen Kranarbeiten beauftragt werden. Mit zunehmender Erfahrung und nach entsprechender Bewährung können auch anspruchsvollere Kranarbeiten durchgeführt werden. Ist dies aus betrieblichen Gründen nicht möglich, ist der Unterweisungsumfang zu erweitern.
Vorbereitung
Hilfen zur Vorbereitung auf die Ausbildung.
Alle hier genannten Personen können männlich, weiblich oder divers sein!
Homepage: troeschel.com SV-Büro: asis-arbeitsschutz.de Ferienwohnung: fewo-kirn.com
